Und wenn der Wolf kommt – was dann ?

Ein Mitmachprojekt für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, deren Eltern, ErieherInnen und LehrerInnen, und für alle Erwachsenen, die schon mal eine Geschichte über einen Wolf gehört haben.

  
„… und tatsächlich – kaum hatte er das Gartentor zugemacht, da kam aus dem Wald der große, graue Wolf…“

 – Die Ente hatte keine Chance! 
 
Über kein anderes Tier wird so viel erzählt wie über den Wolf. Menschen waren schon immer von der Intelligenz der Wölfe, ihrem  Jagdverhalten, ihrem Mut und ihrem Zusammenhalt in einem Rudel sehr beeindruckt. Und trotzdem – oder vielleicht gerade  deshalb – wurde der Wolf wie kaum ein anderes Tier von den Menschen gehasst und gejagt.  

In den Wolfsgeschichten hört man von Wölfen, die im Wald verlassene Kinder aufgenommen und wie eigene Kinder großgezogen haben, öfter aber wird der Wolf als Bösewicht, manchmal sogar als Bestie dargestellt.
Der Wolf ist aber nicht lieb oder böse, niedlich oder unsympathisch, besonders menschenfeindlich oder den Menschen zugewandt. Der Wolf jagt dann, wenn er Hunger hat, geht Gefahren (und Menschen sind für ihn eine Gefahr) möglichst aus dem Weg und wird aggressiv, wenn er in die Enge getrieben wird.
 
„Und wenn der Wolf kommt – was dann ?“ ist ein Projekt über ein Tier und über einen Mythos. Ein Projekt für und über Menschen, die jetzt, wenn die Wölfe nach Deutschland zurückkehren, mit eigenen Bildern über Wölfe zu kämpfen haben.

Projektbeschreibung:

Stell dir eine große Sammlung von Kästchen, Schubladen, Tresoren und Geheimverstecken vor. Egal, welche Schublade oder welche Tür geöffnet wird, man findet dort etwas über Wölfe. So verschachtelt, um die Ecke herum, versteckt ist all das, was wir über Wölfe wissen.
Vor einer Wand voller solcher Verstecke treffen wir uns am Anfang der Führung. Es werden so viele Türchen und  Schachteln aufgemacht, wie für die Besuchergruppe (je nach Alter) interessant sind.
Danach trennen wir uns in zwei Gruppen. 
Manche von  uns genießen  einen sonnigen Vormittag auf einer grünen Wiese im Wald, machen ein kleines Picknick und basteln, wenn sie Lust dazu haben.
Die Anderen wagen einen Spaziergang bei Dämmerung durch die Wolfsschlucht. Danach tauschen die Gruppen, um sich am Ende der Führung in einem Theaterraum zu treffen.
Auf der Bühne sehen wir eine Puppentheateraufführung über einen Jungen, der gar keine Angst vor einem Wolf hat.

Konzeption:

Das Team der Kreta:
Hans Hell, Ute Mertens, Tamara Tizzo,
Margot Kisters, Lukasz Ratajczak
Tatiana von Stülpnagel (Bühne und Puppen für die Puppentheateraufführung)

Vielen Dank an die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e. V. für die Bereitstellung der Informationsplakate.

 

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 10/2012

Wie ist der Wolf? 

Lukasz Ratajzak von der KRETA

Lukasz Ratajzak von der KRETA demonstriert Kindern, welche Rolle der Wolf in der Natur, aber auch im Märchen hat.

Mitmachprojekt für Kinder im Jugendhaus Krefeld

Der Wolf kehrt in deutsche Gebiete zurück. Das brachte das KRETA-Team (Kreativetage im Katholischen Jugendhaus der Region Krefeld) dazu, sich intensiv mit diesem Tier zu beschäftigen. Von März bis Juni können Kindergarten- und Schulkinder die Mitmach-Ausstellung besuchen.

„Warum eigentlich wird der Wolf im Märchen so oft als Bösewicht dargestellt, und ist das in anderen Kulturen auch so?“ Diese Fragen bewegten Lukasz Ratajzak und das Team der KRETA. Denn andererseits gab es unzählige Berichte, die die Intelligenz, den Mut und das Sozialverhalten der Wölfe priesen. „Eigentlich sollte es mal ein kleineres Projekt werden“, sagt Ratajzak. Doch es kamen immer mehr Aspekte hinzu und dann füllte das Thema doch wieder eine ganze Schrankwand, eine Puppenspielbühne und zwei Erlebnisräume im Jugendhaus. Je nach Altersstufe der Besucher werden die einzelnen Türen geöffnet, und hinter jeder warten Informationen und Überraschungen.

Vor der Schrankwand beginnt die Führung. Ein Bild von einem Rudel Wölfen in der freien Natur ist zu sehen, und Ratajzak fordert zum Nachspüren auf: „Welches Gefühl haben wir als Menschen, wenn wir das Wort ,Wolf‘ hören?“ Anschließend erklärt er, welche Bedeutung es für die Natur hat, dass manche Tiere andere Tiere jagen.

In abwechslungsreicher Darstellung erfahren die Kinder von der Lebensweise der Wölfe, von ihren gut ausgeprägten Sinnen, von ihrem Verbreitungsgebiet und von Geschichten, die man sich über sie erzählt. Anschaulich wird die Gefahr für den Menschen: In vier Aktenordnern voller Berichte sind es nur einzelne Fälle, in denen ein Mensch angegriffen wurde. „Und da hatte jemand schon vorher einen Fehler gemacht“, beschreibt Ratajzak.

Nachdem die Kinder so viele Informationen bekommen haben, gibt es Gelegenheit, dem Abenteuer des Waldlebens nachzuspüren. Zwei verschiedene Erlebnisräume hat das KRETA-Team dazu hergerichtet: der eine ist dunkel und es geht darum, den scheuen Wolf zu beobachten. Der andere ist eine helle Lichtung im Wald, auf der die Kinder ein Picknick machen und basteln. Den Abschluss der Führung bildet ein kurzes Puppenspiel.

Für Kindergartengruppen dauert die Führung eineinhalb Stunden und kostet 55 Euro, für Schulkinder sind es zwei Stunden für 70 Euro.

Kontakt: 02151/5698599

 

Von Regina Kraus  |   Veröffentlicht am 09.03.2012